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  • Zunehmend Wasserstoffpatente auf Umwelttechnologien – Europa und Japan an der Spitze

    Zunehmend Wasserstoffpatente auf Umwelttechnologien – Europa und Japan an der Spitze

    Laut einer neuen gemeinsamen Studie des Europäischen Patentamts (EPA) und der Internationalen Energieagentur (IEA) über Patente auf Wasserstofftechnologien verlagern sich die Innovationen im Bereich Wasserstoff auf emissionsarme Lösungen, wobei die Europäische Union und Japan führend sind und die Vereinigten Staaten an Boden verlieren.

    Der Bericht nutzt globale Patentdaten für eine umfassende, aktuelle Analyse der Innovationen im Bereich der Wasserstofftechnologien. Die erste Studie dieser Art deckt das gesamte Spektrum an Wasserstofftechnologien ab, von der Wasserstoffversorgung über die Speicherung, Verteilung und Umwandlung bis hin zu den Endanwendungen.

    „Das Potenzial von Wasserstoff zu nutzen, ist ein wesentlicher Bestandteil der europäischen Strategie zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2050″, sagte EPA-Präsident António Campinos. „Jedoch sind noch dringend Innovationen bei einer Vielzahl von Technologien erforderlich, wenn Wasserstoff eine wichtige Rolle bei der Verringerung der CO2-Emissionen und der Bewältigung des Klimawandels spielen soll. Der Bericht zeigt, dass es über Länder und Industriesektoren hinweg ermutigende Verhaltensmuster hin zu einer Transformation gibt und Europa einen großen Beitrag zur Entstehung neuer Wasserstofftechnologien leistet.  Außerdem wird der Beitrag von Start-ups bei Wasserstoffinnovationen hervorgehoben, die auf Patente vertrauen, um ihre Erfindungen auf den Markt zu bringen.“

    „Wasserstoff aus emissionsarmen Quellen kann eine wichtige Rolle beim Übergang zu sauberer Energie spielen und hat das Potenzial, fossile Brennstoffe in Branchen zu ersetzen, in denen es nur wenige saubere Alternativen gibt, wie z. B. im Fernverkehr und der Düngemittelproduktion „, sagte IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol. „Diese Studie zeigt, dass die Innovatoren auf den Bedarf an wettbewerbsfähigen Wasserstoffversorgungsketten reagieren, aber sie zeigt auch Bereiche auf – insbesondere bei den Endverbrauchern -, in denen weitere Anstrengungen erforderlich sind. Wir werden weiterhin Regierungen dabei unterstützen, Innovationen für sichere, widerstandsfähige und nachhaltige saubere Energietechnologien voranzutreiben.“

    Europa und Japan liegen vorn

    Die Studie zeigt die wichtigsten Trends im Bereich der Wasserstofftechnologien von 2011 bis 2020, gemessen an den internationalen Patentfamilien (IPFs), von denen jede eine hochwertige Erfindung darstellt, für die Patentanmeldungen bei zwei oder mehr Patentämtern weltweit eingereicht wurden. Der Bericht macht deutlich, dass weltweit die EU-Staaten und Japan bei der Patentierung von Wasserstoff führend sind und 28 % bzw. 24 % aller in diesem Zeitraum eingereichten IPFs auf sich vereinen. Beide Regionen konnten in den letzten zehn Jahren ebenfalls ein erhebliches Wachstum vorweisen. Innerhalb der EU führen Deutschland (11 % der weltweiten IPFs), Frankreich (6 %) und die Niederlande (3 %). Dagegen verzeichnen die USA im selben Zeitraum mit 20 % aller wasserstoffbezogenen IPFs als einziger großer Spitzenanmelder einen Rückgang bei den internationalen Wasserstoffpatentanmeldungen. Die internationale Patentaktivität im Bereich der Wasserstofftechnologien aus Südkorea und China bleiben auf einem niedrigeren Niveau, zeigen aber einen aufsteigenden Trend. Neben diesen fünf führenden Innovationsregionen gibt es noch weitere Länder, in denen in erheblichem Umfang Wasserstoffpatente angemeldet werden, darunter das Vereinigte Königreich, die Schweiz und Kanada.

    Innovationen für den Kampf gegen den Klimawandel

    Die meisten Wasserstoffpatente insgesamt entfielen im Zeitraum 2011-2020 auf Technologien zur Wasserstofferzeugung. Zudem stellt der Bericht fest, dass in allen Segmenten der Wasserstoff-Wertschöpfungskette emissionsarme Innovationen mehr als doppelt so viele internationale Patentfamilien generierten als etablierte Technologien. Während die Wasserstoffproduktion derzeit fast ausschließlich auf fossilen Rohstoffen basiert, zeigen die Patentdaten eine massive Verlagerung hin zu alternativen, emissionsarmen Methoden wie der Elektrolyse. Auf Technologien, die dem Klimaschutz dienen sollen, entfielen im Jahr 2020 fast 80 % aller auf Wasserstofferzeugung bezogener IPFs, wobei das Wachstum vor allem auf einen starken Innovationsanstieg im Bereich der Elektrolyse zurückzuführen ist. Die innovativsten Regionen konkurrieren nun darum, die erste Phase der industriellen Einführung bei sich durchzuführen, wobei die Daten darauf hindeuten, dass Europa als Standort für Investitionen in neue Produktionskapazitäten für Elektrolyseure an Vorsprung gewinnt.

    Unter den vielen potenziellen Endanwendungen von Wasserstoff steht der Automobilsektor seit Langem im Mittelpunkt der Innovationstätigkeit. Patentanmeldungen nehmen in diesem Sektor weiter zu, vor allem von japanischen Firmen. Die gleiche Dynamik ist bei anderen Endanwendungen noch nicht zu erkennen, obwohl Politik und Medien in den letzten Jahren das Potenzial von Wasserstoff bei der Dekarbonisierung des Fernverkehrs, des Luftverkehrs, der Stromerzeugung und des Heizens hervorgehoben haben. Dies gibt Anlass zur Sorge über die Netto-Null-Emissionszusagen der Länder, die ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe in diesen Sektoren zu reduzieren nicht erreicht werden können. Ein Lichtblick ist die Nutzung von Wasserstoff zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion, für die in jüngster Zeit ein Anstieg der Patentanmeldungen zu beobachten ist – möglicherweise als Reaktion auf den Konsens nach dem Pariser Abkommen, dass der Sektor radikale Lösungen zur raschen Senkung der Emissionen benötigt, der sich hoffentlich in den kommenden Jahren fortsetzen wird.

    Chemie- und Automobilunternehmen melden die meisten Wasserstoffpatente an

    Auf der Rangliste der wichtigsten Patentanmelder steht die europäische Chemieindustrie bei Innovationen in den etablierten Wasserstofftechnologien ganz oben. Die langjährige Erfahrung in diesem Sektor hat ihnen auch einen Vorsprung bei klimarelevanten Technologien wie Elektrolyse und Brennstoffzellen verschafft. Automobilunternehmen sind ebenfalls aktiv – nicht nur in der Fahrzeugtechnik. Dahinter rangieren Universitäten und öffentliche Forschungsinstitute, die 13 % aller wasserstoffbezogenen internationalen Patente im Zeitraum 2011-2020 anmeldeten, wobei französische und koreanische Einrichtungen die Rangliste anführen und sich auf emissionsarme Wasserstofferzeugungsmethoden wie die Elektrolyse konzentrieren.

    Wasserstoff-Start-ups mit Patenten locken Finanzmittel an

    Die Studie zeigt auch, dass mehr als die Hälfte der 10 Mrd. USD an Risikokapitalinvestitionen in Wasserstoffunternehmen im Zeitraum 2011-2020 an Start-ups mit Patenten ging, obwohl diese weniger als ein Drittel aller Start-ups im Datensatz ausmachen. Eine Patentanmeldung ist ein guter Indikator dafür, ob ein Start-up auch zukünftig Finanzmittel anzieht: Mehr als 80 % der Investitionen in der Endphase von Wasserstoff-Start-ups im Zeitraum 2011-2020 flossen an Unternehmen, die bereits ein Patent in Bereichen wie Elektrolyse, Brennstoffzellen oder emissionsarme Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff aus Gas angemeldet hatten.

  • Constellar und das China National Convention Center gehen eine strategische Partnerschaft ein

    Constellar und das China National Convention Center gehen eine strategische Partnerschaft ein

    Constellar, Asiens Referenzpartner für die Gestaltung innovativer Veranstaltungen und Veranstaltungsorte, hat eine Absichtserklärung mit dem China National Convention Center (CNCC), Chinas größtem Kongresszentrum in Peking, unterzeichnet. Dies wird Constellar und CNCC in die Lage versetzen, strategische Partnerschaftsmöglichkeiten zu erkunden und den Branchenaustausch im Bereich MICE (Meetings, Incentives, Conventions, Exhibitions) zwischen Singapur und China im Jahr 2023 zu erleichtern.

    MICE bleibt ein dynamischer Wachstumsmotor, da sich die Volkswirtschaften und Grenzen wieder öffnen. In Singapur hat sich die MICE-Branche stark erholt und verfügt über eine solide Pipeline an internationalen Veranstaltungen für 2023 und darüber hinaus. Dies spiegelt sich auch in der zunehmenden Nachfrage von Veranstaltern nach Veranstaltungen an dem von Constellar verwalteten Veranstaltungsort, der Singapore EXPO, wider, wo die Buchungen bisher etwa 65 % des Standes vor der Covid-19-Pandemie erreicht haben. Im Jahr 2022 zählte Constellar außerdem über 87.000 Besucher auf seinen vier wichtigsten Fachmessen – Agri-Food Tech Expo Asia, BuildTech Asia, Industrial Transformation ASIA-PACIFIC und Singapore FinTech Festival. Im Jahr 2023 wird Constellar sein Portfolio durch organisches und anorganisches Wachstum weiter ausbauen, wobei die internationale Präsenz im Großraum China durch diese Absichtserklärung gestärkt wird.

    Mit der Wiedereröffnung der chinesischen Grenzen in diesem Monat werden auch wieder mehr internationale Veranstaltungen und Treffen in Peking erwartet. Peking ist eine der größten Wirtschaftsmetropolen der Welt und Sitz von über 50 Fortune Global 500-Unternehmen und über 100 der größten Unternehmen Chinas. Vor dem Hintergrund einer sich wandelnden Veranstaltungslandschaft und einer hohen Nachfrage nach persönlichen Veranstaltungen wird die strategische Partnerschaft die Entwicklung neuer Veranstaltungen, Talente und den Wissensaustausch erleichtern, indem sie das kollektive Wissen und die Erfahrung beider Parteien nutzt.

    „Constellar freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem CNCC beim Ausbau der Netzwerke, die es Unternehmen in Singapur und China ermöglichen, neue Zielgruppen zu erreichen und international tätig zu werden“, sagte Jean-François Quentin, Group Chief Executive Officer von Constellar. Er fügte hinzu: „Asiens MICE-Landschaft bleibt dynamisch, mit Nachholbedarf und starken Wachstumschancen. Mit Singapur und Peking als zwei der wichtigsten Wirtschaftszentren können Constellar und CNCC eine Schlüsselrolle bei der Wiederbelebung der MICE-Industrie spielen, indem sie die Plattformen für die Umgestaltung von Unternehmen und Industrie stärken.“

    Das China National Convention Center befindet sich in Pekings Olympic Central Precinct, einer der sechs High-End-Wirtschaftszonen mit Schwerpunkt auf Unterhaltung, Sporttourismus und Geschäftskongressen, und ist Chinas größtes Kongresszentrum, in dem seit seiner Eröffnung im Jahr 2009 über 10.000 Veranstaltungen stattfanden. Die strategische Ausrichtung der chinesischen Regierung auf Peking wird das Wirtschaftswachstum und die Expansion des Landes als MICE-Powerhouse beschleunigen.

    Herr Wei Mingqian, General Manager des China National Convention Center, sagte: „Constellar und CNCC sind beide Branchenführer auf den asiatischen Veranstaltungsmärkten. Unsere Partnerschaft stärkt unsere Kompetenz bei der Gestaltung innovativer Veranstaltungen und Veranstaltungsorte für Unternehmen und Kunden. Wir freuen uns darauf, unser Wissen zu bündeln, den gegenseitigen Austausch zu fördern und unsere Kräfte zu vereinen, um die industrielle Zusammenarbeit und den Austausch zwischen China und Singapur zu verbessern.“

  • Eye-Tracking-Technologie von Apple: Neue Patentanmeldung in Deutschland

    Eye-Tracking-Technologie von Apple: Neue Patentanmeldung in Deutschland

    Am 05. Januar 2023 veröffentlichte Apple ein neues Patent. Die Patentanmeldung bezieht sich auf eine Blickverfolgungstechnologie, die in Apples zukünftigem Mixed-Reality-Headset, in Projektionssystemen in einem Fahrzeug-HUD-System oder sogar mit Kontaktlinsen verwendet werden könnte. Genauer gesagt bezieht sich das Apple-Patent auf Systeme, Methoden und Medien zur Verfeinerung von Blickverfolgungsdaten für eine verbesserte Leistung bei Blickverfolgungstechniken. Vier der sechs Erfinder kamen im Jahr 2015 zu Apple, als das deutsche Unternehmen Metaio übernommen wurde. Metaio war einer der weltweiten Pioniere im Bereich Augmented Reality und Hologramm-Technologien.

    Apple merkt an, dass in einer oder mehreren Ausführungsformen eine Pupillenposition innerhalb eines vorbestimmten Bereichs beibehalten wird. Ein Objektiv, durch das eine Pupille überwacht wird, kann einen vorbestimmten Bereich haben, der ein bekannter kalibrierter Bereich ist, während andere Bereiche des Objektivs weniger kalibriert sein können. Daher sollte die Position der Pupille innerhalb des kalibrierten Bereichs beibehalten werden.

    In einer oder mehreren Ausführungsformen wird eine anfängliche Pupillenposition in Bezug auf eine vor dem Auge befindliche Linse bestimmt. Eine Änderung der Pupillenposition kann in Bezug auf die Linse an einer aktualisierten Pupillenposition in Bezug auf die Linse erkannt werden. Liegt die aktualisierte Pupillenposition außerhalb des festgelegten Begrenzungsrahmens, der z. B. einem kalibrierten Bereich zugeordnet ist, wird eine Ersatzpupillenposition innerhalb des Begrenzungsrahmens ausgewählt. Die aktualisierte Pupillenposition wird dann für Augenverfolgungstechniken verwendet.

    Die aktualisierte Pupillenposition wird dann für Augenverfolgungstechniken verwendet. In einigen Ausführungsformen kann das Augenverfolgungssystem zur Vermeidung von Jitter die Pupillenposition über eine Reihe von Frames ändern, so dass die Pupillenposition von der ursprünglichen Pupillenposition zur Ersatzpupillenposition übergeht, z. B. auf der Grundlage einer zeitbasierten Erfassungsfunktion.

    Kameras oder andere Sensoren mit neuen Funktionen

    Im weiteren Verlauf der deutschen Patentanmeldung von Apple wird darauf hingewiesen, dass ein elektronisches Gerät, wie z. B. ein Mixed-Reality-Headset (HMD), eine oder mehrere Kameras oder andere Sensoren, wie z. B. einen Tiefensensor, enthalten kann, mit denen die Tiefe einer Szene bestimmt werden kann. In einer oder mehreren Ausführungsformen kann jede der einen oder mehreren Kameras eine herkömmliche RGB-Kamera oder eine Tiefenkamera sein. Ferner können die Kameras eine Stereokamera oder ein anderes Multikamerasystem, ein Flugzeitkamerasystem oder ähnliches umfassen, die Bilder aufnehmen, aus denen die Tiefeninformationen einer Szene bestimmt werden können.

    In einigen Ausführungsformen können es eine oder mehrere Kameras oder Sensoren sein, die zur Augenverfolgung verwendet werden. Das HMD-Gerät kann es einem Benutzer ermöglichen, mit XR-Umgebungen zu interagieren. Es gibt viele verschiedene Arten von elektronischen Systemen, die es einer Person ermöglichen, verschiedene XR-Umgebungen wahrzunehmen und/oder mit ihnen zu interagieren.

    Beispiele sind am Kopf montierbare Systeme, projektionsbasierte Systeme, Heads-Up-Displays (HUDs), Windschutzscheiben mit integrierter Anzeigefunktion, Fenster mit integrierter Anzeigefunktion, Displays in Form von Linsen, die auf die Augen einer Person gesetzt werden (z. B. ähnliche Kontaktlinsen).

    Weitere Einzelheiten finden Sie in der deutschen Patentanmeldung von Apple unter der Nummer DE102022116074 mit dem Titel „AUGENVERFOLGUNGSDATENFILTERUNG“ (Übersetzung: Eye Tracking Data Filtration).

  • Republik Moldau zum Beitritt zum Europäischen Patentübereinkommen eingeladen

    Republik Moldau zum Beitritt zum Europäischen Patentübereinkommen eingeladen

    Auf seiner 173. Tagung am 13. Dezember 2022 beschloss der Verwaltungsrat der Europäischen Patentorganisation, die Republik Moldau zum Beitritt zum Europäischen Patentübereinkommen (EPÜ) einzuladen. Moldau wird damit voraussichtlich zum 40. Vertragsstaat des EPÜ.

    Zwischen der Republik Moldau und der Europäischen Patentorganisation besteht eine langjährige enge Zusammenarbeit. 2013 unterzeichneten die Europäische Patentorganisation und Moldau ein Validierungsabkommen, das am 1. November 2015 in Kraft trat. Die umfassende Zusammenarbeit zwischen dem Europäischen Patentamt (EPA) und der Staatlichen Behörde für geistiges Eigentum der Republik Moldau (AGEPI) im Rahmen des Validierungsabkommens bereitete den Weg für die Einladung an die Republik Moldau zum EPÜ-Beitritt.

    In den letzten Jahren umfasste diese Zusammenarbeit Bereiche wie die Aus- und Fortbildung – innerhalb und außerhalb der AGEPI – sowie den Datenaustausch, um den verfügbaren Bestand an Patentinformationen und Patentwissen für die Nutzer beider Ämter zu erweitern. Die AGEPI ist auch dem Vereinigten Register beigetreten, was den direkten Zugriff auf aktuelle Statusinformationen für erteilte EP-Patente in der Republik Moldau erlaubt.

    Vor dem EPÜ-Beitritt muss die Republik Moldau nationale Rechtsvorschriften für die Durchführung und Anwendung des EPÜ erlassen. Das EPA wird Moldau in diesem Prozess voll und ganz unterstützen und vor dem Beitritt, der nach einem von beiden Ämtern vereinbarten Zeitplan erfolgt, ebenfalls eine Reihe von Verfahrens- und administrativen Schritten durchführen.

    Das EPA freut sich, den 40. Vertragsstaat des EPÜ in naher Zukunft begrüßen zu dürfen.16

  • Neue Studie: Unter allen Erfinderinnen und Erfindern in Europa ist weniger als jede siebte eine Frau

    Neue Studie: Unter allen Erfinderinnen und Erfindern in Europa ist weniger als jede siebte eine Frau

    Das Europäische Patentamt (EPA) hat heute eine neue Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass 13,2% der in Patenten benannten Erfinder in Europa Frauen sind. Die Studie ist die erste ihrer Art, die vom EPA durchgeführt worden ist und bezieht sich auf den Prozentsatz der Erfinderinnen, die in allen beim EPA zwischen 1978 und 2019 eingereichten europäischen Patentanmeldungen genannt wurden. Demnach ist die Quote der Erfinderinnen in den vergangenen Jahrzehnten zwar gestiegen (von nur 2 % Ende der 1970er Jahre auf 13,2 % im Jahr 2019), bleibt jedoch deutlich unter der Parität. Der Anteil der Erfinderinnen liegt auch weit unter dem Anteil der Forscherinnen und Absolventinnen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften.

    Ziel der EPA-Studie ist es, politischen Entscheidungsträgern und der breiten Öffentlichkeit Einblicke und Erkenntnisse über den Anteil von Frauen an Patentanmeldungen in Europa zu geben. Die Analyse zeigt, in welchen Ländern, Zeiträumen, technischen Gebieten und Anmelderprofilen Frauen als Erfinderinnen tätig waren.

    Gemäß der Studie liegt der Anteil der Erfinderinnen in Europa (13,2% im Jahr 2019) zwar höher als in Japan (9,5%), aber niedriger als in Südkorea (28,3%), China (26,8%) und den USA (15,0%).

    EPA-Präsident António Campinos sagt: „Die Studie wirft ein neues Licht auf den Beitrag von Frauen zu technologischen Innovationen und auf die Lücken, die geschlossen werden müssen, um das volle Potenzial von Erfinderinnen in Europa auszuschöpfen. Wenngleich in den letzten Jahrzehnten einige Fortschritte erzielt worden sind, muss noch mehr getan werden, um die Teilhabe von Frauen im Patentbereich zu stärken. Die Förderung von Frauen in Wissenschaft und Innovation ist weiterhin eine große Herausforderung für Europa. Zugleich ist sie ein Schlüsselfaktor für unsere Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit.“

    Unter den EPO-Mitgliedsstaaten weisen für den Zeitraum zwischen 2010 und 2019 Lettland (30,6%), Portugal (26,8%), Kroatien (25,8%), Spanien (23,2%) und Litauen (21,4%) den höchsten Anteil an Erfinderinnen aus, während aus Deutschland (10,0%), Luxemburg (10,0%), Liechtenstein (9,6%) und Österreich (8,0%) die niedrigsten Werte stammen.

    Patentdaten des EPA zeigen deutlichen „gender gap“ bei Erfindern in Europa

    Laut EPA-Studie ist die Chemie der Technologiesektor mit dem höchsten Anteil an Erfinderinnen (22,4% im Zeitraum 2010-19), während der Maschinenbau (5,2%) den geringsten Anteil aufweist. Innerhalb der Chemiebranche verzeichnen Erfinderinnen bei Patentanmeldungen in den Bereichen Biotechnologie und Arzneimittel Quoten von über 30%.

    Zudem macht der Bericht deutlich, dass Patentanmeldungen aus Universitäten und öffentlichen Forschungseinrichtungen einen deutlich größeren Anteil an Erfinderinnen aufweisen (19,4% im Zeitraum 2010-19) als Anmeldungen von Privatunternehmen (10,0%). Darüber hinaus zeigt die Studie, dass Frauen eher in Erfinderteams zu finden sind und weniger oft als Einzelerfinderinnen. Zugleich haben sie in diesen Teams tendenziell weniger oft Führungspositionen inne als Männer.

    Diese Studie ist ein weiterer Beitrag des EPA in seinem Bestreben, patentgestützte Daten und Forschungsergebnisse zu Innovation in Europa zur Verfügung zu stellen. Neben zahlreichen Landscaping-Studien zu Technologiesektoren und weiteren Informationsangeboten veröffentlicht das EPA zudem seinen jährlichen Patent Index, der die führenden Länder, Regionen, Branchen und Unternehmen in Bezug auf ihre Anmeldetätigkeit bei europäischen Patenten darstellt.

  • EPA startet Plattform für saubere Energie zur Unterstützung der Forschung

    EPA startet Plattform für saubere Energie zur Unterstützung der Forschung

    Im Vorfeld zur UN-Klimakonferenz 2022 (COP27) hat das EPA heute eine neue Plattform für saubere Energie gestartet, um Forscher und Entscheidungsträger durch die Bereitstellung von Patentinformationen beim Wettlauf in Richtung saubere Energietechnologien und ihren Beitrag zum Entwicklungsziel UN SDG 7 zu unterstützen.

    Die Plattform bietet eine Auswahl von rund 60 vorbereiteten Patentinformationsrecherchen, die Wissenschaftlern, Ingenieuren und Entscheidungsträgern dabei helfen sollen, vorhandene grüne Lösungen zur Unterstützung ihrer Forschung leichter zu finden.

    „Erfinder stehen an der vordersten Front bei der Entwicklung innovativer Technologien, um unseren Planeten zu schützen“, so EPA-Präsident António Campinos. „Die neue Plattform soll diese Pioniere dabei unterstützen, schnell an Informationen über die neuesten Technologien zu gelangen, die entscheidend dafür sind, ihre Arbeit voranzubringen und Fortschritte bei der grünen Innovation zu erzielen.“

    Die Plattform für saubere Energie wird laufend aktualisiert und soll Maßnahmen unterstützen, um die Weltwirtschaft in den nächsten drei Jahrzehnten zu dekarbonisieren. Begleitend werden spezielle Webseiten des EPA veröffentlicht, auf denen die neuesten Entwicklungen bei der grünen Technologie vorgestellt werden.

    Von Wind- und Sonnenenergie zur Energiespeicherung und weiteren Technologien

    Die ersten 60 vorbereiteten Recherchen auf dieser Plattform betreffen Offshore-Windanlagen und Smart-Solarsysteme im Bereich der Energieversorgung; Stahl- und Zementherstellung im Bereich der kohlenstoffintensiven Industrien; und Grundlagentechnologien für Bereiche wie grüne Wasserstoffherstellung mithilfe von Elektrolyseuren sowie die Optimierung von Energiespeichertechnologien.

    Die gebrauchsfertigen Suchabfragen, die von Patentprüfern und Datenanalysten des EPA mit entsprechendem Spezialwissen entwickelt wurden, eignen sich besonders für den kostenlosen Online-Dienst des EPA für die Patentrecherche, Espacenet. Diese öffentliche Datenbank enthält mehr als 140 Millionen Dokumente aus mehr als 100 IP-Ämtern weltweit. Die Ergebnisse dieser Suchen sind für jeden und von überall zugänglich. Die in Patentdokumenten veröffentlichten technischen Informationen beschreiben die neuesten technischen Fortschritte, die häufig nirgendwo sonst veröffentlicht sind.

    Als weltweit führender Anbieter technischer Informationen baut das EPA sein Engagement für Nachhaltigkeit noch weiter aus, indem es fachliches Know-how für ein breiteres Publikum zugänglich macht. Die neue Plattform für saubere Energie wird den Übergang von Patentinformation zu Patentwissen beschleunigen, indem sie Forscher, Unternehmer und Entscheidungsträger dabei unterstützt, die Klimaziele gemäß dem Pariser Übereinkommen, den UN-Nachhaltigkeitszielen und dem europäischen Grünen Deal zu erreichen. 2020 hat das EPA eine ähnliche Informationsplattform für Technologien zur Bekämpfung des Coronavirus gestartet, die Plattform „Kampf gegen Corona“.

    Das EPA bietet auch die Möglichkeit der beschleunigten Bearbeitung europäischer Patentanmeldungen für Unternehmen und Erfinder, die unabhängig von der entwickelten Technologie an einem Eilverfahren interessiert sind.

  • Geistige Eigentumsrechte schaffen 82 Millionen Arbeitsplätze in der EU

    Geistige Eigentumsrechte schaffen 82 Millionen Arbeitsplätze in der EU

    Laut einer Studie, die heute gemeinsam vom Europäischen Patentamt (EPA) und dem Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) veröffentlicht worden ist, haben Industrien, die Rechte des geistigen Eigentums intensiv nutzen, zwischen 2017 und 2019 rund 29,7 % aller Arbeitsplätze in der EU geschaffen. Damit haben Branchen, die Patente, Marken oder Geschmacksmuster sowie andere IPRs überdurchschnittlich oft verwenden, mehr als 61 Millionen Menschen in der EU beschäftigt. Hinzu kommen weitere 20 Millionen Arbeitsplätze in Unternehmen, die diesen Wirtschaftszweigen Waren und Dienstleistungen zuliefern. Bezieht man diese indirekte Beschäftigung ein, beläuft sich die Gesamtzahl der schutzrechtsabhängigen Arbeitsplätze auf 82 Millionen (39,4 %).

    Der Bericht, der die Bedeutung von Wirtschaftszweigen, die ihr geistiges Eigentum umfassend schützen, für die EU-Wirtschaft untersucht, wird regelmäßig aktualisiert. Gemäß der neuen Ausgabe haben die schutzrechtsintensiven Branchen in der Berichtsperiode 6,4 Billionen Euro erwirtschaftet, was mehr als 47 % der Gesamtwirtschaftsleistung der EU entspricht. Auf diese Branchen entfiel auch der größte Teil des EU-Handels mit dem Rest der Welt, wobei ein Handelsüberschuss von 224 Milliarden Euro erzielt wurde.

    IPR-intensive Sektoren kurbeln zudem den EU-Binnenhandel an – ein Indikator, der in dieser Auflage des Reports zum ersten Mal analysiert wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass Aktivitäten in diesen Sektoren mehr als 75 % des Handels innerhalb der EU ausgemacht haben und eine wichtige Triebfeder für die grenzüberschreitende Schaffung von Arbeitsplätzen waren. Fast sieben Millionen schutzrechtsintensive Arbeitsplätze wurden in den EU-Mitgliedstaaten von Unternehmen mit Sitz in anderen EU-Mitgliedstaaten geschaffen. Die Studie zeigt auch, dass 80,5 % der EU-Importe und 80,1 % der EU-Exporte auf schutzrechtsintensive Industrien zurückgehen.

    Die Auswertungen ergeben zudem, dass in schutzrechtsintensiven Wirtschaftszweigen deutlich höhere Löhne und Gehälter gezahlt werden als in anderen Branchen. Dieser Mehrverdienst beträgt 41 %. Auch die Wertschöpfung pro Mitarbeiter ist in den schutzrechtsintensiven Sektoren höher als in anderen Bereichen der Wirtschaft. Der durchschnittliche Wochenlohn in schutzrechtsintensiven Branchen beträgt 840 Euro gegenüber 597 Euro in nicht schutzrechtsintensiven Branchen. In geschmacksmusterintensiven Branchen liegt das Plus bei 34 %, in markenintensiven Branchen bei 40 %, in urheberrechtsintensiven Branchen bei 49 % und in patentintensiven Branchen bei 65 %.

    Europas Fokus auf Nachhaltigkeit

    Laut der Studie erwiesen schutzrechtsintensive Branchen, die sich mit Klimaschutztechnologien und grünen Marken beschäftigen, als besondere Bereicherung für die europäische Wirtschaft. Ihr ökonomischer Beitrag hat in den vergangenen Jahren zugenommen: Zwischen 2017 und 2019 entfielen 9,3 % der Beschäftigung und 14 % des BIP in der EU auf diese Unternehmen. Insgesamt stand jede zehnte europäische Patentanmeldung, die 2019 von einem Unternehmen oder Erfinder aus der EU eingereicht wurde, im Zusammenhang mit Technologien, die auf die Verringerung oder Vermeidung von Treibhausgasemissionen abzielen. Grüne Marken, die von in der EU ansässigen Unternehmen angemeldet wurden, machten 2021 einen ähnlichen Anteil aller EU-Markenanmeldungen aus.

    „Innovation gestützt auf ein wirkungsvolles Schutzrechtsystem ist der Schlüssel zu Wachstumssicherung und langfristiger Wettbewerbsfähigkeit Europas. Die aktuelle Ausgabe unserer Studie belegt, dass schutzrechtsintensive Industriesektoren für die europäische Wirtschaft bedeutender denn je sind. Mit der bevorstehenden Einführung des Einheitspatents und des Einheitlichen Patentgerichts wird das Innovationsumfeld in Europa einen weiteren Schub erhalten“, so EPA-Präsident António Campinos zu den Ergebnissen der Studie.